Februar 2008 -
September 2008 -
April 2009 -
Aktuell:Nov 2009
Uganda - November 2009
OFF-TU ACADEMY - unsere Schule
Wir sind jetzt im 3.
Trimester, im 2. Trimester hatten wir 130 Kinder registriert.
Wir danken dem Herrn, der uns so weit gebracht hat. Wir sind
froh für die Bewahrung in der Schule und für die
Gesundheit der Kinder. Wir danken auch Katharina Henn, die
eine Weile bei uns war, für ihren Einsatz bei uns auf
Station und im Evangelisationsdienst. Auch Alexandra danken
wir für ihren Einsatz und für die Zeit, die sie mit
den Kindern verbracht hat.
Seit September haben wir
eine Direktorin (Sarah) in der Schule, die Christin ist und in
ihrem Beruf Erfahrung hat - wir danken dem Herrn dafür.
Bis jetzt hatten wir 2
Kindergartenklassen und die 1. bis 3. Klasse, aber ab Februar
2010 planen wir noch eine 4. und 5. Klasse dazu. Wir sind
gerade dabei noch 3 Klassenräume zu bauen. Seit September
ist Werner Trinkl aus Österreich bei uns. Er hat uns auf
Station und bei der Schule viel geholfen, hat den Bau
geleitet. Leider mussten wir den Bau unterbrechen, bis wir
genug Geld dafür haben. Am 20. November werden wir eine
kleine Feier haben, wo auch die Eltern der Schüler dabei
sind.
Gebetsanliegen:
Die Schule wächst
und wir beten für neue, treue Mitarbeiter, die dem Herrn
auch da dienen wollen.
Wir beten für
Voluntäre, die bereit sind für kurze oder längere
Zeit zu kommen und mitzuarbeiten.
Betet für alle
Kinder, die ab 7. November Prüfungen haben, dass Gott
ihnen Weisheit gibt und dass sie gut abschließen.
In Uganda gibt es noch
Leute, die Kinder den bösen Mächten opfern um reich
zu werden. Darum beten wir für unsere Kinder, dass sie
in den langen Ferien von Dezember bis Ende Januar bewahrt
bleiben.
Betet für ein
kleines Mädchen, welches ein amputiertes Bein hat. Es
wäre gut, wenn sie eine Prothese kriegen könnte,
aber ihre Familie ist ziemlich arm.
Wir danken Gott für:
Es gab einige
Schwierigkeiten, bis der Container letztendlich gut hier
gelandet ist, auch dafür sind wir dankbar. Im Container
waren außerdem: ein Lkw, Bus, Pkw, Anhänger,
Brunnenbohrgerät und viele Kleider, Schuhe, Fahrräder,
Fliesen – über alles haben wir uns sehr gefreut.
Wir danken den Freunden
von Werner Trinkl für die Spende, für Solarpanelen,
Bücher, Kleidung und Essen für die Kinder.
Die Solarpanelen sind für
die Schule. Die sollen helfen, dass das Wasser gepumpt wird.
HEIMKINDER
Seit Mitte Juni hat sich
unsere Kinderschar vergrößert. Martha, 6 Jahre alt,
und Solomon, 10 Jahre alt, sind dazu gekommen. Martha
hat ihren Vater verloren
und die Mutter hat wieder geheiratet, jetzt will der
Stiefvater sie nicht im Haus haben. Die Mutter wollte sie ins
Dorf bringen, aber das ist sehr weit und die Kinder gehen oft
nicht zur Schule. Am Tag, als sie ankam, hatte sie sich ganz
stark am Fuß verbrannt und die Wunde war septisch
geworden. Ich habe sie dann für drei Tage in Mukono im
Krankenhaus eingeliefert. Es ging ihr dann besser. Sie geht
zum Kindergarten und ist ein ganz fröhliches Mädchen.
Solomons
Eltern sind beide gestorben. Er hat noch die Schwester seiner
Mutter, die sind aber sehr arm und so landete er auf der
Straße. Da haben wir ihn gefunden. Er geht jetzt hier in
die OFF-TU Schule.
Den anderen Kinder geht
es soweit gut. Wir freuen uns, dass zum Beispiel Patrick,
der früher ganz verschlossen war, jetzt richtig aufblüht
und die anderen Kinder, die noch dazugekommen sind, gut
anleitet, damit sie sich hier wohlfühlen. Er ist seit
2005 bei uns und ist jetzt 8 Jahre alt. Er ist meistens der
Beste in der Klasse. Wir freuen uns über die große
Veränderung bei ihm. Simon
ist seit 5 Jahren bei uns
und macht sich auch ganz gut. Er ist ziemlich zurückgeblieben,
ist noch in der 3.Klasse und schon 16 Jahre alt. Es wäre
gut, wenn er wenigstens 7 Klassen schaffen würde und dann
einen Beruf lernt. Denis
beendet gerade seine
6.Klasse. Doreen
ist dabei, die
7.Klasse abzuschließen und geht dann in die
Sekundarschule. Nicolas,
Anita, Allen, Charles, Joshua und
Lovisa
geht es gut. Vielen Dank
an ihre Spender! Dank euch können sie ein gutes Zuhause
haben und zur Schule gehen.
Wenn jemand
interessiert ist und ein Kind unterstützen oder eine
Patenschaft über-nehmen möchte, kann er sich bei
Ulrike Klimek melden: Nevelchen 11, 35708 Haiger-Steinbach,
E-Mail: u.klimek@gmx.de.
Gott segne euch alle
reichlich.
Jacob Suji
Die MISSIONSEINSÄTZE
gehen wie immer weiter und überall, wo wir hinkommen, sehen wir
den Hunger der Menschen nach etwas, das sie befriedigen kann. So
geben wir ihnen das Wort Gottes und viele fangen ein Leben mit Jesus
an. Für dieses Jahr sind wir damit fertig, die Schulen haben
jetzt nur noch Examen und dann hören sie auf für dieses
Jahr. Was uns jetzt noch bevorsteht, sind Jugendfreizeiten in den
Ferien. Betet weiter für gute Mitarbeiter, die bereit sind das
Evangelium klar und deutlich weiterzugeben.
FAMILIE
NIETSCH
Hallo ihr lieben Freunde,
endlich könnt ihr nochmal von uns hören. Viele haben wir
in der Zeit vom 20.Juni – 26.August auch getroffen. Wir haben
Deutschland mal wieder richtig genossen: alle Freunde, gutes Essen,
Urlaub in Italien, Familientreffen, gute Straßen, fast nur
Gutes. Wir sind froh unsere Eltern noch wohlauf gefunden zu haben.
Wir hatten unsere Kinder gefragt, worauf sie sich am meisten freuen.
Für Claudi waren es neue Kleider, für Kaleb Spielsachen
und für Friedhelm Cousins und Freunde. Wir haben während
der Zeit dort einen Container gepackt und er ist schon gut bei uns
hier angekommen. Wir haben alles verteilt und die Kinder und auch
das Team haben sich sehr gefreut und bedanken sich bei allen, die
die Sachen abgegeben haben.
Wie manche von euch wissen,
hatten wir ein großes Familientreffen von Familie Waldmann
Schunn. Wir waren für ein Wochenende in einem Ferienhaus und
tatsächlich war jeder da. 52 Seelen: Vater, Mutter, 9 Kinder, 9
Schwieger-kinder und 32 Enkelkinder. Das war ein tolles Wiedersehen,
und was besonders schön ist: alle folgen noch dem Herrn nach.
Dafür geben wir Gott alle Ehre!
Vor einigen Wochen war Hans
ziemlich krank, Malaria, und als das abgeklungen ist, hat er eine
starke Erkältung gekriegt. Jetzt gehts ihm aber, Gott sei Dank
wieder gut.
Vielen Dank an jeden, der uns
sehr beschenkt hat mit Geld und Gaben, wir sind echt gesegnet.
Bleibt dem Herrn anbefohlen.
Wir wünschen euch allen
eine gesegnete Weihnachtszeit und besinnliche Tage.
In Liebe Familie Nietsch


Rumänien - November 2009
Liebe
Freunde,
ein
afrikanisches Sprichwort sagt: „Viele
kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge
tun, werden das Angesicht der Erde verändern.“
So
erleben wir den Herrn seit wir hier in Rumänien sind. Wir
werden von vielen Seiten her unterstützt, unsere Hände
werden uns gefüllt, so dass wir immer wieder Armen und
Bedürftigen an vielen Orten helfen und Not sowie Herzen
verändert werden können.
In
diesem Jahr sind einige MITARBEITER
weg-gegangen: Damaris Fuchser ging zurück in die Schweiz,
Niky und Virginia in Mutterschutz, Natan, unser
Sozialassistent hat eine Prediger-stelle im Süden
Rumäniens angenommen und Anfang Dezember geht auch Holger
mit Familie zurück nach Deutschland.
Besonders bei
unserem Krankenpflegepersonal ist dadurch eine große
Lücke entstanden. Wir beten und erwarten konkret Gottes
Hilfe, dass er uns neue Mitarbeiter schenkt.
Georgiana,
eine rumänische, gläubige Krankenschwester, Mutter
von zwei Kindern, arbeitet seit Oktober 50% bei Philadelphia.
Für das Hilfsgüterlager konnten wir Dan T., einen
einheimischen Bruder anstellen. Wir sind dankbar für sie,
dass sie diesen Dienst tun.
Es
ist gut zu wissen, dass Gott die Arbeit von Philadelphia in
seiner Hand hält und wir als Mitarbeiter in den oft
schwierigen Verhältnissen auf Gottes Hilfe vertrauen
dürfen.
Matthias
Ruopp
PFLEGEDIENST
So
kann auch ich sagen: „Wenn nicht der HERR meine Hilfe
wäre...!“ Ich fühle mich als Person
privilegiert, im Verein Philadelphia zu arbeiten und meine
tägliche Beschäftigung unter Gottes Segen zu
entfalten.
E in
Beispiel: ein 43-jähriger Patient mit einem bösartigen
Kehlkopftumor – ich habe ihn einige Tage mit Infusionen
behandelt, weil er sich sehr schlecht fühlte. Während
der Zeit, die ich bei ihm verbrachte, konnte ich ihm den
einzigen Weg erklären, auf dem wir in den Himmel gelangen
können. Er hat nichts dazu gesagt. Dann wurde er wegen
Komplikationen (Blutungen) ins Krankenhaus gebracht. Ich habe
gebetet, dass er wieder zu sich kommt und Gott hat es
geschenkt. Am Abend fühlte ich mich gedrängt, für
ihn zu beten und am nächsten Tag sagte mir seine Frau,
dass er gestorben sei. Ich habe fest-gestellt, dass ich diesen
Anstoß zum Gebet kurze Zeit vor seinem Tod erhielt. Ich
glaube, das war nicht zufällig so und danke Gott dafür.
Eine
andere Erfahrung machte ich mit einer Frau. Bevor sie diese
Erde verließ, bat sie mich: „Sage mir, was ich
machen und was ich sagen soll!“ Wir beteten zusammen und
sie akzeptierte, dass sie eine Sünderin ist und nur durch
das Opfer Jesu Vergebung hat. Es war eine große Freude
für mich, besonders weil sie zuvor für das
Evangelium nicht offen war.
Ich
habe erlebt, wie Gott bis zum Ende führt, auch die
Gläubigen und wie ich ihnen im letzten Kampf durch Lieder
und Gebet beistehen konnte. Es war jeweils eine große
Ermutigung für die Familie und gleichzeitig ein
Denkanstoß für diejenigen Angehörigen, die
Gott nicht kennen.
Ich
danke dem Herrn für sein Durchtragen und Ihnen für
ihre Unterstützung. Nach derartigen Erlebnissen, wie oben
geschildert, kam auch Satan mit seinen Angriffen, aber der
Sieg war des Herrn, der eingegriffen und mich nicht
fallenlassen hat.
Täglich
sind wir vielen Gefahren ausgesetzt, aber der Herr Jesus trägt
und beschützt uns.
Gott
segne all diejenigen, die uns im Gebet und materiell
unterstützen! Er soll euch alles, was ihr gebt,
vielfältig zurückerstatten! Es ist ein großer
Segen für uns.
Tausend
Dank Estera Taranu
Seit
2 Jahren ist Rumänien nun schon EU-Land, was ja in
mancher Hinsicht durchaus positive Auswirkungen hat. Im
Gesundheitswesen jedoch scheint es noch kaum eine Annäherung
an die sogenannten EU-Standarts zu geben.
Von
Freunden aus Deutschland erreichen uns immer wieder
verwunderte Anfragen, wieso sich manche Patienten z.B. eine
notwendige Operation nicht leisten können, obwohl sie
doch krankenversichert sind. Das gesamte Versicherungssystem
ist leider ziemlich undurchsichtig und auch die einheimischen
Arbeitnehmer fragen sich zu Recht, wo ihre
Versicherungsbeiträge tatsächlich landen, denn die
Krankenkasse bringt vergleichsweise nur geringe Leistungen.
Ein
Aufenthalt in der Städtischen Klinik z.B. ist kostenlos,
ebenso ein Besuch beim Hausarzt oder beim Facharzt, sofern man
eine Überweisung hat und es kein Privatarzt ist.
Zuzahlungen zu Medikamenten sind abhängig vom Einkommen,
Kinder erhalten sie gratis.
Trotzdem
gibt es immer wieder Notleidende, die sozusagen durch alle
Maschen fallen.
Vasile, ein Patient, der seit ca. 2
Jahren von uns besucht wird, hat aufgrund einer unzureichend
behandelten Thrombose während seiner Armeezeit vor 20
Jahren ein schlimmes, offenes Bein. Dies hat sein ganzes Leben
geprägt. Obwohl er sehr fleißig ist, eigene
Landwirtschaft hat, Haus, Hof und seinen alten Vater rührend
versorgt, konnte er keine feste Arbeit annehmen, hatte
demzufolge kein geregeltes Einkommen und auch keine
Versicherung. Erst jetzt hat man ihm eine Art Krankenrente von
monatlich 50,- Euro bewilligt, damit ist er auch gesetzlich
krankenversichert. Das ermöglicht ihm endlich auch
ärztliche Behandlung. Da sich sein Bein in letzter Zeit
zusehens verschlechtert hatte und die Schmerzen ihn fast
wahnsinnig machten, erwog er die verschiedensten
Möglichkeiten. In einer Zeitung hatte er eine Annonce von
einem Spezialisten für Gefäßkrankheiten
entdeckt und dazu einen Kommentar von einem erfolgreich
behandelten Patienten, den dieser geheilt und somit vor einer
Amputation bewahrt hatte. Voller Hoffnung ging Vasile in diese
private Praxis, wo er für Arztkonsultation und
Verbandwechsel 50,- Euro bezahlen musste und man ihm sagte, er
müsse zweimal pro Woche wiederkommen, mindestens 10x –
zum gleichen Preis. Für ihn unbezahlbar. Jetzt ist er bei
einer Ärztin in Behandlung, die ihm zu einer
Gefäßoperation rät. Der finanzielle Aufwand
für Operationen ist abhängig vom jeweiligen Arzt,
sehr variabel und kann Hunderte von Euro betragen. Für
Implantate, wie Herzklappen, Prothesen etc. gibt es gewisse
Festpreise. Darüber hinaus bezahlt man aber die
Chirurgen, Anästhesisten und sonstiges Personal. Manche
Ärzte verlangen ganz unverblümt 200, 300 oder noch
mehr Euro. Andernfalls richtet man sich ungefähr danach,
was andere Patienten gegeben haben. Wie gesagt, das ganze
System ist sehr undurchschaubar, nicht nur für uns
Ausländer. Es ist die Rede von Gesetzesänderungen ab
Januar, bevorstehende Reformen sind natürlich
abhängig vom Ausgang der
Präsidentschafts-wahlen Ende diesen Monats. Bitte
betet, dass dabei Gottes Wille geschieht
und es dadurch hier im Land Veränderungen zum Guten gibt.
Wir
sind dankbar für alle finanziellen Mittel, womit wir in
speziellen Notsituationen, wie eben auch bei Operationen
konkret helfen können. Wem es ein Anliegen ist, dafür
zu investieren, kann gern seine Spenden
mit dem Vermerk „Notfond“
versehen. Danke für all eure Unterstützung!
Herzlichst
Friedlinde Müller
FAMILIE
RUOPP
Sicherlich
warten einige schon auf eine schriftliche Nachricht von uns,
berechtigt. Der letzte Rundbrief war nach Ostern und nun ist
schon bald Weihnachten. Stunden, Tage, Wochen, Monate, sie
rasen vorbei. Letztens sagte Benjamin entsetzt, als er seine
Schultasche packte: „Ist heute schon wieder Freitag?! Es
war doch erst grad...“ Das unsere Kinder das auch schon
spüren und äußern, erschrak mich kurz. Dann
musste ich an meine Kindheit denken, als meine Tante von
Deutschland einen Brief schrieb: „Hier gibt es sehr viel
Stress...“, dachten wir, das sei etwas Gutes zum Essen,
gut, dass es davon sehr viel gibt. Das Wort „Stress“
war für uns ein Fremdwort. Jetzt wissen wir nicht mehr,
wie wir es loswerden, ihm vorbeugen, mit umgehen können.
Trotz vielen Anforderungen sehnt sich im Inneren doch jeder
nach Ruhe, Frieden, Stille, Zufriedenheit, einfach Zeit...
„Gott
hat die Zeit geschaffen, von Eile sprach er nicht, die haben
nur wir Menschen und reden stolz von Pflicht.
Zeit
ist Gnade,
ist Gnade zum Leben…“
Mit
diesem früheren Jugendlied möchte ich unseren Blick
auf Gott lenken, von dem wir Hilfe erwarten können im
Umgang mit der Zeit, die er einem jeden von uns schenkt.
Nach
den langen Sommerferien ist bei uns nun wieder ein voller,
aber geregelter Alltag eingekehrt. Das ist gut so für uns
alle. Im letzten Rundbrief erwähnte ich schon, dass Stefi
Achenbach als Lernhelferin zu uns kommt. Im April lächelt
sie auf dem Foto von Uganda und jetzt strahlt sie auf der
„Rumänien- Seite“ .
Sie
wird selber ihre ersten Eindrücke aufschreiben, wir sind
Gott von ganzem Herzen dankbar für sie. Sie ist eine
kräftige Unterstützung für mich, wirkt mit
ihrer fröhlichen, gelassenen Art sehr gut auf die Kinder
ein. Sie hat inzwischen schon gemerkt, dass ein wenig Strenge
mit Konsequenzen für beide Seiten hilfreicher ist. Zu
ihrer Hilfe haben wir ein Bewertungsbüchlein mit roten
(Belohnung) und schwarzen (Strafe) Sternen eingeführt. So
kann sie Pünktlichkeit, respektvolles Benehmen,
Heftführung und Schulsachen aufräumen konkret im
Griff halten und dadurch klare Grenzen aufzeigen. Zur
Belohnung gibt´s einmal eine Haribokirsche, einen
Aufkleber, Bleistift oder es gibt eine Arbeitsstrafe wie Klo
putzen, Treppenhaus wischen oder den Hof alleine kehren. So
wird allen zum Guten verholfen!!
Julia
ist seit September in der 9.Klasse. Sie ist jetzt auf dem
Pädagogischen Lyzeum, wo sie das Abitur macht und als
begleitenden Beruf Erzieherin lernt. Hier in Rumänien
könnte sie damit im Kindergarten arbeiten (wo sie jetzt
schon drei Stunden pro Woche ein Praktikum macht) oder aber
weiter studieren für´s Lehramt. Es gefällt ihr
sehr gut, sie ist zusammen mit Hanna Guist in der Klasse, eine
Missionarstocher von Mediasch, welche zur Zeit bei uns im
Quartier wohnt. Das ist für beide eine schöne
Freundschaft. Freitags gehen sie zusammen mit Stefi zum
Jugendkreis von unserer deutschen Gemeinde, wo sie für
ihr Alter entsprechende geistliche Gemeinschaft pflegen und
genießen.
Benjamin
ist ein Top-Junge, der uns alle mit seiner lebhaften,
energievollen Art ganz schön auf Trab hält. Nachdem
er morgens Hühner, Gänse und Enten aus dem Stall
raus lässt, füttert und tränkt, macht er mit
Stefi oder mir Bibelzeit. Als er letztens in seinem
Andachts-buch „Tägliche Entdeckungen“ drei
Gaben auf-schreiben sollte, die Gott ihm gegeben hat, kam es
wie aus der Pistole geschossen: 1. denken wie zwei Köpfe,
2. Klavier spielen, 3. schnell sein. In der Schule kommt er
gut voran, außer dass ihm manchmal langweilig ist,
wahrscheinlich eine Nebenwirkung seiner Teeny- Lernfaulheit.
Dafür arbeitet er viel lieber mit mir im Garten, bäckt
gerne Pfannkuchen, hilft Matthias beim Hof pflastern oder
spielt gern Fußball.
Naomi
geht seit September auch nach Hermannstadt ins
Brukentalgymnasium in die 5.Klasse. Julia und Benjamin haben
ihr mit dem Namen RUOPP den Weg geebnet, doch mit dem Bus muss
sie selber fahren, was ihr am Anfang recht Schwierigkeiten
bereitete. Da der Unterricht von 14.00 – 19.00 geht, ist
es auf dem Heimweg schon dunkel und nicht immer so
ungefährlich. Gut, dass sie ihren „großen“
Bruder zur Seite hat! (Wenn er sie nur nicht so gerne ärgern
würde.) Naomi lernt zusammen mit Carolin Geige spielen.
Wir freuen uns mit ihr über jeden Fortschritt. Auch hat
sie sehr viele Freundinnen, so dass die Zeit am Wochenende
fast nicht ausreicht für alle so schööönen
Mädchentreffs.
Daniel,
der ruhige, ausgeglichene Pol in der Geschwisterschar, ist ein
ganz strammer Junge geworden. Er geht hier in Heltau in die
4.Klasse, hat zur Zeit eine gute Lehrerin, die ihm Anerkennung
schenkt und auch die guten Seiten seiner langsamen Art sieht.
Sie hebt bewusst seine Stärken hervor, was für sein
Selbstbild zurzeit sehr wichtig ist. Er macht sehr
gewissenhaft seine Hausaufgaben, übt fleißig (nicht
immer freiwillig) mit Stefi Klavier und geht seit diesem Jahr
zur Jungschar. Dort ist er der beste
„Bibelvers-auswendig-Könner“. Wenn er mal bei
seinen Freunden Boas und Jonas in Kreisch war, flammt seine
Begeisterung für Pferde wieder auf. Was er einmal werden
will, steht fest: Als seine Lehrerin die Kinder zum Lernen
ermahnte und behauptete: „Wer lernt, sitzt einmal im
Büro, wer nicht lernt – kehrt einmal das Büro.“,
wehrte er sich vehement: „Ich kehre einmal im Stall,
dann muss ich aber jetzt auch nicht mehr lernen.“
Carolin,
unser einstmaliges Sorgenkind, entwickelt stetig weiter ihr
gesundes Selbstbewusstsein und Eigenwillen... „Warum bin
gerade ich die Kleinste, ich will nicht die Letzte sein!“
Sie tröstet sich dann mit ihrer Patentante Lisbeth, meine
jüngste Schwester, die den selben Status in der Familie
hatte. Sie ist sehr anhänglich an mich, will immer neben
Mama sitzen und ich lese ihr noch gerne Kinderbücher vor.
Schule fällt ihr nicht schwer, sie liebt und schätzt
ihre Lehrerin über alles. Diese versteht es sehr gut, auf
die Kinder einzugehen und mit guten Methoden spielerisch
Fachliches zu vermitteln. Bei der letzten Untersuchung im
Sommer bestätigte sich bei ihr ein Hörschaden als
zurückgebliebene Komplikation von der Chemo. Deshalb
benötigt sie ein Hörgerät.
Wir
haben viel Grund zu danken für Gottes Hilfe, die wir
täglich erleben.
In
Liebe grüßen euch herzlich
Matthias
und Rosina mit Julia, Benjamin, Naomi, Daniel und Carolin
Hallo!
Ich heiße Stefi Achenbach und komme aus Haiger/ Hessen.
Ich habe gerade das Abitur gemacht und bevor ich
„weiterlerne“, bin ich jetzt für 10 Monate
hier bei Ruopps. Hier lerne ich aber auch sehr viel von Rosina
in der Küche und im Garten, ich lerne durch dreispurige
Kreisverkehre zu fahren, Kartoffeln zu ernten, die rumänische
Schreibschrift und die lateinische Notenleiter.
Mein
normaler Alltag sieht so aus: Morgens lesen wir zuerst in der
Bibel. Einer von Naomi und Benjamin mit mir und einer mit
Rosina. Danach machen sie ihre Hausaufgaben und üben für
Arbeiten. Dabei helfe ich ihnen dann.
Um
die Mittagszeit helfe ich in der Küche und im Haushalt.
Nachmittags helfe ich dann Carolin und/ oder Daniel bei den
Hausaufgaben. Mit Daniel übe ich Klavier und fahre mit
ihm zum Klavierunterricht. Mit Julia lerne ich Englisch.
Samstag bin ich dann mit in der Jungschar in Hermannstadt. So
sieht mein normaler Alltag aus, aber er kann auch so
anfangen....
-
dass ich morgens zwei Eier von den Hühnern bekomme, die
Benjamin rausgelassen hat,
-
dass ich vor der Stillen Zeit einen schön verpackten Käse
geschenkt bekomme
-
oder dass wir morgens um 8.00 die Trauben einsammeln, bevor
die Wespen kommen.
Also
ich darf hier viel erleben. Ich durfte schon bei einem
Hilfstransport nach Oltenien dabei sein: Es war wirklich
erstaunlich, was für ein Wunder das für die Menschen
war, die ein Krankenbett bekommen haben, was in Deutschland
normal gewesen wäre.
Es
ist gut zu erleben, dass nicht alles selbstverständlich
ist, was man in Deutschland so einfach kaufen oder bekommen
kann.
Ein
anderer Hilfstransport, wo ich mit dabei sein konnte, war für
ein Zigeunerdorf in den Bergen. Die Hütten waren
baufällig, überall war Durcheinander, Dreck und
Stofffetzen. Eine hochschwangere Frau wusch ihre Wäsche
im Bach und die Kinder liefen alle leicht bekleidet herum,
dabei war es gerade so kalt geworden. Ein Mann zeigte uns
stolz sein Haus. Es bestand aus einem Zimmer und die Luft war
stickig. Eins seiner Kinder lag dick verpackt auf dem Bett mit
einem Tuch bedeckt, damit die vielen Fliegen sich nicht auf es
setzen. Du schaust in die stolzen Gesichter und fragst dich,
was soll ich jetzt sagen: „Schönes Haus.“ und
innerlich denken, wie gut, dass ich nicht hier wohne. Ich
überlege: Wovon leben diese Menschen? Sind sie so
zufrieden?
Einmal
habe ich während einem Familientreffen mit ein paar
Mädels Karten gebastelt: Ich hatte nur gelbes Papier für
die Karten und die gemusterten Papiere zum Gestalten waren
alle grün. Aber die Mädels waren so begeistert! Das
hat mich erstaunt und auch beschämt, wie verwöhnt
ich doch von Deutschland bin, wo es so viel von allem gibt.
Immer
wieder bin ich dankbar, dass noch nichts auf der Straße
passiert ist, gerade wenn ich Kids im Auto habe!!! Und ich bin
dankbar, dass ich Gott immer wieder bitten darf, richtig mit
den Kids umzugehen.
Liebe
Grüße Stefi
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